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Mit Fillern meine ich das Füllen der Leinwand mit einem “Filler”, das ist eine honigzähe Masse ähnlich einem dünnen Fensterkitt. Es gibt mehrere
historische und noch gebräuchliche Rezepte. Ich habe meinen Filler fertig von Roland Hess bezogen, der ihn nach einem überlieferten Rezept selber mischt.
Aber vorher muss die Bootshülle noch mit dem Stoff, dem Canvasgewebe bespannt werden. Der Stoff muss mindestens 2 m länger und ca. 30 cm breit als das Boot
selber sein. Leider habe ich vom bespannen keine Fotos gemacht, so daß eine kurze Beschreibung genügen muß. Der Stoff wird der länge nach einmal gefaltet und in übergroßen sebstgemachten Klammern hinten und vorne
fest eingespannt. Mittels der Klammern kann der Stoff jetzt der länge nach senkrecht mit der offenen Seite nach oben sehr straff gespannt werden. Hierzu ist Seilzug vonnöten, um die nötige Spannung zu erzielen. Die
beiden Bahnen werden auseinander gezogen und darin der Bootskörper hineinversenkt. Der Stoff muss sich faltenfrei über das gesamte Boot verteilen. Dazu ist enormer Druck von oben nötig. Es ist durchaus üblich, ins
Boot hineinzusteigen und durch das Körpergewicht entsprechenden Druck auszuüben. Auch muss während des annagelns des Stoffes das Boot mittels streben zur Decke fest eingespannt bleiben. Dann wird der Stoff mittels
kleiner rostfreier Stahlnägel am Süllrand festgenagelt. Kommt man zu Bug und Heck wird der Stoff eintsprechend der Stevenform eingeschnitten und am Steven überlappend festgenagelt. Leider habe ich vom
Bespannen und Fillern keine Fotos. Als nächstes steht das Fillern auf dem Programm. Hierzu sollte man sich wiederum einen Helfer einladen und sich einen kompletten Tag dazu reservieren, da 3 - 4 Schichten des
Fillers richtig fest in das Gewebe einmassiert werden muss. Das Gewebe muss vollkomen durchdrungen vom Filler sein. Bei der letzten Schicht muss besonders auf gleichmäßigen und ebenen und vollkommenen glatten
Auftrag geachtet werden, da dies die endgültige Oberfläche wird. Profis bringen die Oberfläche so glatt und glänzend wie ein Kunststoffboot. Hie r hatte ich meine Probleme, meine Oberfläche fühlt sich eindeutig zu rauh an.
Nach dieser Arbeit ist estmal Pause angesagt, je nach Witterung, Lufttemperatur und Luftfeuchte muß der Filler einige Wochen trocknen
und Aushärten. Erst danach ist mit dem Finish, mit Auftrag von Bootslack zu beginnen. Vorher jedoch ist der Überhang der fillergestärkten Leinwand entsprechend der Kontur des Süllrandes zurechtzuschneiden.
Nach dem Austrocknen der Lackschicht ist der äußere Süllrand und die Einbauten, sprich die Sitze, das Tragejoch und die Decks und evtl. die Tragehölzer bei den Decks einzubauen.
 Decksdetail Sitz
Ein voll taugliches Boot, wunderschön anzuschauen, aus eigener Fertigung.
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